Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Thailandfreunde !
In der Hoffnung, dass Sie alle ein schönes und sonniges, vor allem jedoch friedvolles Osterfest haben erleben können, möchten wir Sie heute mit einem Sonder-Newsletter über die aktuellen Ereignisse in Thailand informieren.
Vielleicht haben Sie ja auch während der Feiertage die Nachrichten verfolgt und wissen von den Ausschreitungen in Pattaya und Bangkok.
Hier nun - quasi aus erster Hand - zwei Berichte unseres Bangkoker Partners, sowie ein Auszug der Seite des Auswärtigen Amtes:
1. Nachricht unseres Bangkok-Partners von gestern, dem 13.03.2009/2552:
Mit Sicherheit verfolgen Sie alle die Nachrichten über die Unruhen in Thailand.
Leider ist die Berichterstattung in Deutschland zum Teil vollkommen falsch recherchiert und zum Teil auch überzogen.
Wir wollen aber auf keinen Fall etwas schön reden, denn Tatsache ist, dass in Bangkok seit gestern, 12.4. nachmittags, der Ausnahmezustand ausgerufen wurde, (für Bangkok und 6 Satteliten-Provinzen) und direkt anschließend die Armee mit Panzern nach Bangkok einmarschiert ist.
Die "Rothemden", Anhänger des ehemaligen Premierministerns Thaksin, halten seit gestern mehrere Verkehrsknotenpunkte in Bangkok besetzt, hatten Taxis, Motorräder und beschlagnahmte Busse an diese Kreuzungen gestellt und somit den Verkehr an diesen Stellen lahm gelegt.
Da aber seit Freitag, 11.4., die meisten Thais das buddhistische Neujahrsfest bei sich zu Hause auf dem Land feiern, sind die Straßen in Bangkok sowieso recht leer und auch die meisten Büros, Banken und Läden haben zu dieser Zeit (bis zum 16.4.) geschlossen.
Heute morgen, gegen 4.30, hat die Armee den ersten von den Rothemden belagerten Punkt eingenommen. Dabei wurde mit den Gewehren in die Luft geschossen und es wurde Senfgas verwendet um die Demonstranten auseinander zu treiben.
Die Demonstranten haben sich mit Molotow Cocktails, Schlagstöcken, Steinen, Schleudern und anscheinend auch mit Schusswaffen gewehrt.
Insgesamt wurden 77 Leute verletzt. Die meisten davon hatten durch das Senfgas Atem-, und Sehbeschwerden.
Im Augenblick (15 Uhr Ortszeit) hat die Armee drei weitere, von den Demonstranten belagerte Punkte eingenommen.
Der Großteil der Demonstranten, ca. 20-30000, hat sich an mehreren Punkten um das Parlamentsgebäude versammelt und erwartet dort die Armee.
Diese Demonstranten bestehen zu ca. 50 % aus Frauen und älteren Leuten, die bei einer Konfrontation wohl kaum aktiv eingreifen würden und aus ca. 50 % Männern, vor allem Taxi-, und Motorradfahrern, die aktiv dabei sein werden.
Das aktuelle Straßenbild in Bangkok sieht wie folgt aus:
Auf 80 % der Straßen stehen die Einheimischen und ausländische Touristen an den Gehwegen und bespritzen sich mit Wasser, so wie es jedes Jahr zum buddhistischen Neujahrsfest üblich ist, und wenn man das sieht, kann man nicht glauben, dass derzeit ein Ausnahmezustand herrscht; auf 15 % der Straßen sieht es recht leer aus, dort stehen zum Teil die Wagenkolonnen des Militärs; und auf 5 % der Straßen sind Straßensperren oder Versammlungen der Demonstranten, oder steht das Militär.
Im Augenblick ist es wirklich ratsam, dass Ausländer, die sich in Bangkok aufhalten, besser das Hotel nicht verlassen. Es ist aber auf keinen Fall so, dass Ausländer, die sich in Bangkok aufhalten, evakuiert werden müssten, oder dass sich Angehörige um ihre Verwandten in Bangkok Sorgen machen müssen.
Wir haben zur Zeit einige Touristen in Bangkok und haben diese Leute alle über den aktuellen Stand der Krise informiert und haben die Touren, die zum Teil von diesen Kunden in Bangkok gebucht wurden, auf weiteres verschoben oder storniert.
Falls Sie über den aktuellen Stand des politischen Geschehens in Thailand auf dem Laufenden sein wollen, so können Sie sich auf der Webseite der englischsprachigen Tageszeitung The Nation immer über den derzeitigen Stand der Dinge informieren: www.nationmultimedia.com/index.php
2. Nachricht unseres Bangkok-Partners VON HEUTE, dem 14.03.2009/2552, 10:00 Uhr MEZ:
Seit heute mittag, 12 Uhr Ortszeit, haben die Demonstranten in Bangkok, die "Rothemden", die Demonstration aufgelöst und sind nach Hause gefahren. Die Anführer wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen.
Das Militär hatte seit heute morgen 6 Uhr den Gürtel um die ca. 4000 - 5000 Demonstranten, nahe dem Parlamentsgebäude, immer enger gezogen, bis zum Schluss die Soldaten nur noch ca. 50 Meter von den Demonstranten entfernt waren.
Die Anführer der Rothemden haben dann schliesslich alle Demonstranten aufgefordert, sich zu ergeben und nach Hause zu fahren.
Dies alles ging ohne einen einzigen Schuss und ohne eine einzige Schlägerei zu.
Gestern abend sind 2 Leute ums Leben gekommen, aber nicht Rothemden, die von Soldaten erschossen wurden, sondern normale Stadtbewohner, die den Rothemden den Zugang zu einem Markt verweigert haben, nachdem die Rothemden diesen Markt einäschern wollten.
Daraufhin hat eine Gruppe von Rothemden diese Stadtbewohner angegriffen und 2 Leute erschossen, 7 weitere wurden durch Schüsse verletzt.
Insgesamt gab es bei den Unruhen zwischen dem 10.4. (in Pattaya) und dem 14.4. 124 Verletzte, davon sind die meisten durch Tränengas nur leicht verletzt worden. Nicht ein einziger (außer den 7 Stadtbewohnern) ist mit Schussverletzungen durch das Militär in ein Krankenhaus eingeliefert worden.
Seit 13 Uhr sind wieder fast alle Straßen in Bangkok mit Thais und Touristen bevölkert, die ausgiebig das buddhistische Neujahrsfest feiern und sich mit Wasser bespritzen und beschiessen.
3. Meldung des Auswärigen Amtes vom 14.04.2009/2552
Angesichts zunehmend gewalttätiger Demonstrationen von Oppositionsanhängern („Rothemden“) hat die thailändische Regierung am 12.04.2009 den Notstand ("state of emergency") für Bangkok und Teile einiger Nachbarprovinzen (Nonthaburi, Nakhon Thani, Pathum Thani, Ayutthaya und Samut Prakan) ausgerufen. Folge: Versammlungsverbot für Gruppen von mehr als 5 Personen, Festnahmen/Inhaftierungen von bis zu 30 Tagen ohne Anklage, erweiterte Befugnisse der Sicherheitskräfte bei Personen- und Fahrzeugkontrollen.
Seit dem 13.04. gehen die Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten in Bangkok vor. Hierbei ist es zu Zusammenstößen mit zahlreichen Verletzten gekommen. Weitere gewaltsame Auseinandersetzungen werden erwartet.
Es wird daher dringend dazu geraten, Menschenansammlungen und Demonstrationen in Bangkok zu meiden.
Von nicht notwendigen Reisen nach Bangkok sollte abgesehen werden.
Der Zugverkehr von und nach Bangkok ist eingestellt worden.
Der am 11.04. vorübergehend über die Provinzen Pattaya und Chonburi verhängte Ausnahmezustand, bei dem es sich im Wesentlichen um ein Versammlungs- und Demonstrationsverbot handelte und der den normalen Ferienbetrieb nicht beeinträchtige, wurde noch am selben Tag wieder aufgehoben.
Die Schwerpunktgebiete des Tourismus im Süden (u.a. Phuket) blieben bisher unbeeinträchtigt von Zwischenfällen. Im Norden (u.a. Chiang Mai, Chiang Rai) führen Demonstrationen (seit dem 13.04. nachmittags) zur Behinderung des Straßenverkehrs.
Der Flugverkehr in Thailand, insbesondere auch über den außerhalb der Stadt gelegenen internationalen Bangkoker Flughafen Suvarnabhumi, verläuft bisher störungsfrei.
Von Reisen in die Grenzregion zu Kambodscha, insbesondere nach Preah Vihear und Umgebung und zu den anderen in diesem Bereich befindlichen Tempelanlagen, wird abgeraten. Der gesamte Bereich bleibt bis auf Weiteres militärisches Sperrgebiet.
Abschliessender YINJOCK-Hinweis: Über die weitere Entwicklung werden wir Sie zeitnah im CHENTHAY-FORUM unter http://chenthay.tourism-board.com/index.htm auf dem Laufenden halten.
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